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Rollenmaterialien im Vergleich: Welches Material passt zu welcher Anwendung?

Ob im Lager, in der Produktion oder im Handwerk – Transportrollen gehören zu den unscheinbarsten, aber wichtigsten Bauteilen im innerbetrieblichen Materialfluss. Sie stehen als schwenkbare Lenkrolle oder feststehende Bockrolle zur Verfügung und die Wahl des richtigen Rollenmaterials entscheidet dabei maßgeblich darüber, wie leicht sich eine Last bewegen lässt, wie leise und bodenschonend der Transport verläuft und wie lange die Rolle hält. In diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick über die gängigsten Materialien für Räder, ihre Eigenschaften und die Einsatzbereiche, für die sie sich am besten eignen.

Lenkrollen und Bockrollen kurz erklärt

Bevor es um die Materialien geht, erklären wir, welche Rollenarten es gibt. Bockrollen sind fest montiert und lassen sich nur geradeaus bewegen, während Lenkrollen frei schwenkbar sind und dadurch eine hohe Wendigkeit ermöglichen. In der Praxis kommt meist eine Kombination aus beiden zum Einsatz: Bockrollen sorgen für Stabilität und eine ruhige Geradeausfahrt, Lenkrollen übernehmen die Manövrierfähigkeit in Kurven und auf engem Raum. Sollte maximale Flexibilität auf engem Raum gefragt sein, werden ausschließlich Lenkrollen montiert. Das verwendete Radmaterial, das für eine Lenkrolle oder eine Bockrolle zum Einsatz kommt, bestimmt dabei, wo genau die Rolle im Alltag eingesetzt werden kann.

Die gängigen Rollenmaterialien im Überblick

Rollen aus Polyurethan (PU)

Polyurethan zählt zu den beliebtesten Materialien überhaupt. PU-Rollen vereinen eine hohe Tragfähigkeit mit guter Elastizität und lassen sich sowohl auf ebenen als auch auf leicht unebenen Böden problemlos einsetzen. Sie zeichnen sich durch geringen Rollwiderstand, hohe Abrieb- und Schnittfestigkeit sowie Beständigkeit gegenüber vielen Chemikalien, Ölen und Fetten aus. Ein weiterer Pluspunkt: Anders als klassische Gummi- oder Hartplastikrollen hinterlässt Polyurethan keine schwarzen Spuren auf hellen Böden und lässt sich leicht reinigen und desinfizieren. Damit sind die Rollen auch ideal in hygienesensiblen Bereichen wie der Lebensmittelindustrie oder dem Medizinbereich einsetzbar.

Eine hochwertige Sonderform ist Vulkollan®, ein Polyurethan-Werkstoff mit noch höherer Stoßelastizität und Verschleißwiderstand. Vulkollan-Rollen sind in verschiedenen Shore-Härten erhältlich und werden häufig mit Radkernen aus Polyamid, Aluminium, Guss, Stahl oder Edelstahl kombiniert, um die Tragfähigkeit weiter zu erhöhen.

Polyamid/Nylon (PA): Hart, stabil, aber wenig dämpfend

Rollen mit Lauffläche aus Polyamid, häufig auch als Nylon bezeichnet, punkten vor allem durch ihre enorme Stabilität und hohe Tragfähigkeit bei gleichzeitig geringem Rollwiderstand. Sie sind zudem vergleichsweise günstig in der Anschaffung und äußerst verschleißfest. Sie weisen allerdings folgenden Nachteil auf: Polyamid ist ein hartes Material und dämpft Stöße kaum. Auf unebenem Gelände oder bei dauerhaften Vibrationen können die Rollen dementsprechend anfälliger für Beschädigungen durch Stöße sein. Ihre Stärken spielen Polyamid-Rollen daher vor allem auf harten, ebenen Böden wie Beton oder Asphalt aus, wo hohe Lasten bei geringem Kraftaufwand bewegt werden müssen.

Weiche, leise und bodenschonende Gummirollen

Wo Erschütterungen minimiert werden sollen oder empfindliche Güter transportiert werden, sind Rollen aus Vollgummi oder elastischem Gummi die richtige Wahl. Das weiche Material dämpft Stöße hervorragend, sorgt für einen leisen Lauf und schont empfindliche Böden wie Holz oder Linoleum. Auf unebenem Terrain liefern elastische Gummiräder sogar die beste Leistung aller gängigen Materialien, da sie sich an Unebenheiten anpassen und Hindernisse gut überwinden. Der klassische schwarze Vollgummi kann allerdings auf hellen Böden Abdrücke hinterlassen. Sollten Sie dies vermeiden wollen, dann können Sie zur spurlosen grauen Variante greifen.

Eine Zwischenlösung zwischen hartem Kunststoff und weichem Gummi bildet TPR (thermoplastischer Gummi). TPR-Rollen eignen sich für Umgebungen, in denen Ruhe und Bodenschonung im Vordergrund stehen, etwa in Krankenhäusern, Sporthallen oder im Einzelhandel.

Phenolharz und hitzebeständige Rollenmaterialien

In Umgebungen mit extremen Temperaturschwankungen, etwa in Bäckereien, der Metallverarbeitung oder bei Ofenwagen, kommen spezielle hitzebeständige Räder zum Einsatz. Je nach Anforderung bestehen diese komplett aus Phenolharz oder einer hitzebeständigen thermoplastischen Mischung, die häufig mit einem Gehäuse aus Edelstahl kombiniert wird. Je nach Radserie sind Temperaturbeständigkeiten von bis zu 600 °C möglich, wobei Ausführungen mit Kugellagern meist etwas geringere Höchsttemperaturen erreichen als reine Gleitlagerräder.

Stahl und Grauguss für Schwerlasten

Wenn es um besonders hohe Traglasten oder extreme Einsatzbedingungen geht, führt meistens kein Weg an Rollen aus Stahl oder Grauguss vorbei. Vollstahl-Rollen sind bruchsicher, äußerst hitzebeständig und dafür ausgelegt, schwere Maschinen und Lasten im Hochtemperaturbereich zu bewegen. Guss-Spurkranzräder aus Spezial-Grauguss finden sich zudem häufig bei Schienenfahrzeugen und Hängebahn-Systemen in der Fördertechnik.

Das passende Gehäuse: verzinkter Stahl, Edelstahl oder Aluminium

Neben der Lauffläche spielen auch das Material von Gehäuse, Gabel und Felge eine wichtige Rolle. Verzinkter Stahl ist der Standard für die meisten industriellen Anwendungen: Er ist robust, langlebig und kostengünstig. Wo Hygiene im Vordergrund steht, etwa in der Lebensmittelindustrie oder im medizinischen Bereich, kommt Edelstahl zum Einsatz. Dieser ist korrosionsbeständig, leicht zu reinigen und optisch hochwertig. Aluminium wiederum überzeugt durch sein geringes Gewicht, eignet sich aber eher nur für leichtere Lasten.

Die richtige Wahl des Rollenmaterials hängt vom Einsatzzweck ab

Grundsätzlich sollten Sie Ihr Material immer an den Einsatzzweck anpassen. Wer viel Gewicht auf hartem, ebenem Boden bewegen muss, ist mit Polyurethan oder Polyamid gut beraten. Wer dagegen empfindliche Böden schonen oder Erschütterungen bei stoßempfindlichen Gütern reduzieren möchte, sollte auf Gummi oder TPR setzen. Für Hochtemperaturumgebungen sind Phenolharz- oder Stahlrollen die richtige Wahl, während Vulkollan als Premium-Variante des Polyurethans überall dort punktet, wo Langlebigkeit und Belastbarkeit besonders wichtig sind.

Haben Sie dabei immer einen Überblick über die konkreten Anforderungen: Bodenbeschaffenheit, Traglast, Umgebungstemperatur, Hygieneanforderungen und gewünschte Laufruhe sind die entscheidenden Faktoren, um aus der Vielzahl an Rollenmaterialien die optimale Lösung für den eigenen Betrieb auszuwählen.

Bei TORWEGGE haben Sie eine riesige Auswahl an Rollen und Rädern aus unterschiedlichen Materialien. Sollten Sie unsicher sein, welche für Ihre Anwendung geeignet ist, dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir sind jederzeit für Sie da.

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