Hängeförderer: Diese Arten von Hängefördersystem gibt es
Hängeförderer schaffen Platz am Boden und sorgen für einen durchgängigen Warenfluss unter der Decke. Ob manuell oder automatisiert: Hängefördersysteme lassen sich vielseitig einsetzen, von der Automobilindustrie bis zum E-Commerce. Welche Varianten es gibt und wo sie sich lohnen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag. Jetzt Informieren!
Was ist ein Hängeförderer und wofür wird er eingesetzt?
Ob in der Automobilindustrie, der Modebranche oder im E-Commerce: Immer mehr Betriebe suchen nach Wegen, ihre Produktions- und Logistikprozesse effizienter zu gestalten – trotz steigender Kosten pro Quadratmeter und wachsendem Fachkräftemangel. Ein Hängeförderer nutzt dafür den Raum unter der Decke statt der ohnehin knappen Bodenfläche.
Hängeförderer transportieren Waren, Bauteile oder auch ganze Baugruppen hängend entlang einer Schiene – etwa während der Montage, beim Lackieren oder Trocknen. Sie eignen sich besonders, um Artikel zwischen Stockwerken oder über große Distanzen zu bewegen, ohne den Boden für Gabelstapler oder Personal zu blockieren. In der Automobil- und Luftfahrtindustrie kommen sie klassisch für den Transport von Autotüren, Stoßfängern oder Flugzeugpaneelen zum Einsatz, in der Möbel- und Metallverarbeitung etwa beim Trocknen frisch lackierter Teile. Je nach Bedarf lassen sich Hängefördersysteme manuell, per Schwerkraft oder motorisiert betreiben – und damit nahezu jeden Arbeitsablauf anpassen.
Manuelle Hängefördersysteme
Bei manuellen Hängefördersystemen bewegt sich die Last vor allem durch Eigengewicht oder durch das direkte Zutun der Mitarbeitenden, ganz ohne aufwendige Antriebstechnik.
Der Schwerkraftförderer
Der Schwerkraftförderer ist die einfachste und zugleich kostengünstigste Variante. Er nutzt lediglich das Eigengewicht der Ladung sowie ein leichtes Gefälle der Schiene, um Waren von A nach B zu bewegen. Da keine Motoren oder aufwendige Steuerungstechnik notwendig sind, hält sich der Wartungsaufwand in Grenzen. Besonders in mehrstöckigen Lagern und Produktionshallen ist dieses Prinzip beliebt, etwa um Artikel zwischen Ebenen zu transportieren, ohne zusätzliche Energie aufzuwenden.
Der Trolley-Förderer
Beim Trolley-Förderer laufen einzelne oder miteinander verkettete Laufwagen an der Hängeschiene entlang. Ausgestattet mit Stangen, Haken oder kleinen Ablagen, nehmen sie die zu transportierenden Güter auf. Je nach Anforderung lässt sich ein Trolley-Förderer rein manuell schieben oder mit Antrieb ausstatten. Häufig wird die Schiene dabei als geschlossene Schleife verlegt, sodass die Wagen im Kreislauf zirkulieren – ein Prinzip, das in der Praxis auch als Hängeförderer-Kreisförderer bezeichnet wird und sich besonders dort eignet, wo Waren wiederkehrend an denselben Stationen vorbeigeführt werden sollen.
Automatisierte Hängefördersysteme
Wo hohe Stückzahlen oder enge Taktzeiten gefragt sind, stoßen rein manuelle Lösungen schnell an ihre Grenzen. Automatisierte Hängefördersysteme übernehmen den Transport dann eigenständig und lassen sich in der Regel an ein Lagerverwaltungssystem oder eine übergeordnete Steuerung (WCS) anbinden. Diese sorgt für einen Echtzeitüberblick und einen reibungslosen Materialfluss.
Pocket Sorter
Ein Pocket Sorter übernimmt das Einsammeln, Sortieren und Reihenfolgebilden von Artikeln in kleinen Hängetaschen. Das System bringt Bestellungen in die passende Reihenfolge für Kommissionierung oder Versand und ist besonders im E-Commerce verbreitet, wo Aufträge schnell und individuell zusammengestellt werden müssen.
Kastenförderer
Wenn besonders hohe Taktzeiten gefragt sind, kommt der Kastenförderer ins Spiel: Bis zu 60.000 Artikel pro Stunde lassen sich damit bewegen, sowohl horizontal als auch vertikal. Damit ist er die richtige Wahl für Betriebe mit sehr hohem Durchsatz, etwa in großen Distributionszentren.
Ratschenförderer
In der Bekleidungsbranche hat sich der Ratschenförderer als Standardlösung durchgesetzt. Er bewegt Kleidungsstücke auf Bügeln entlang einer Schiene und erreicht dabei einen Durchsatz von bis zu 25.000 Teilen pro Stunde. Eine druckfreie Akkumulation verhindert, dass sich die Artikel gegeneinander stauen – das schützt vor Beschädigungen und sorgt für einen gleichmäßigen Warenfluss.
Gondola Conveyor
Nach dem Monorail-Prinzip funktioniert der Gondola Conveyor: Einzelne Laufwagen zirkulieren als geschlossenes Umlaufsystem entlang der Deckenschiene. Da er vor allem für leichtere Lasten wie leere Kartons ausgelegt ist, findet man ihn häufig im Lebensmittelbereich.
Pin-Förderer
Der Pin-Förderer erfüllt eine Verbindungsaufgabe: Er schafft den Übergang zwischen unterschiedlichen Fördertechniken und gleicht dabei auch Höhenunterschiede zwischen Ebenen aus. So lassen sich verschiedene Hängefördersysteme innerhalb einer Anlage flexibel miteinander koppeln.
Die Hängefördersysteme im Vergleich
Welches Hängefördersystem sich für ihren Betrieb eignet, hängt vor allem vom benötigten Durchsatz und dem gewünschten Automatisierungsgrad ab. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eigenschaften der vorgestellten Hängeförderer zusammen:
|
System |
Antrieb |
Typische Anwendungen |
|
Schwerkraftförderer |
Schwerkraft, Kein Motor |
Ebenenwechsel in mehrstöckigen Lagern |
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Trolley-Förderer |
Manuell oder Motorisiert |
Flexibler Transport, oft als Umlaufsystem |
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Ratschenförderer |
Automatisiert |
Bekleidungsbranche, bis 25.000 Teile/Std. |
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Kastenförderer |
Automatisiert |
Sehr hoher Durchsatz, bis 60.000 Artikel/Std. |
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Pin-Förderer |
Automatisiert |
Übergänge zwischen Förderarten und Ebenen |
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Pocket Sorter |
Automatisiert |
Sortierung/Sequenzierung, v.a. E-Commerce |
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Gondola Conveyor |
Automatisiert (Monorail) |
Leichte Lasten, z. B. Lebensmittelbereich |
Wie die Tabelle zeigt, reicht die Bandbreite von einfachen, wartungsarmen Lösungen bis zu hochautomatisierten Systemen für große Stückzahlen.
Vorteile und Grenzen von Hängefördersystemen
Wie jede Fördertechnik bringen auch Hängefördersysteme klare Stärken, aber auch Grenzen mit sich, die Sie vor der Anschaffung kennen sollten.
Die Vorteile: An erster Stelle steht der Platzgewinn. Da der Transport über der Kopfhöhe stattfindet, bleibt die Bodenfläche für andere Prozesse frei. Hängefördersysteme lassen sich zudem modular erweitern und flexibel an neue Anforderungen anpassen. Über die Anbindung an ein Lagerverwaltungssystem oder eine übergeordnete Steuerung behalten Sie den Warenfluss in Echtzeit im Blick. Hinzu kommt ein geringer Wartungsaufwand sowie eine in der Regel intuitive Bedienung.
Die Grenzen: Dem gegenüber stehen höhere Anforderungen an die Deckenstatik. Die Schienen benötigen eine stabile montierte Aufhängung, mitunter auch bauliche Verstärkungen. Ist die Anlage einmal installiert, sind spätere Layoutänderungen meist aufwendig und kostenintensiv. Auch eignet sich ein Hängeförderer nicht für jedes Produkt: Sperrige, weiche oder instabile Güter lassen sich oft nicht sicher hängend transportieren. Hier sind Lamellen- oder Bandförderungen häufig die bessere Wahl.
TORWEGGE: Ihr Partner für Förder- und Handhabungstechnik
Ob Schwerkraftförderer für den einfachen Ebenenwechsel oder ein vollautomatisierter Kastenförderer für hohe Stückzahlen: Die Wahl des passenden Hängeförderers hängt stark von ihren individuellen Anforderungen ab. Als Spezialist für Förder- und Handhabungstechnik unterstützen wir Sie dabei, das richtige System für Ihren Betrieb zu finden. Haben Sie Fragen zu Hängefördersystemen oder wünschen Sie eine individuelle Beratung, dann sind wir jederzeit für Sie da. Kontaktieren Sie uns einfach über unseren Service. Wir freuen uns auf Sie!